Ismet Apaydin

Apaydin-Ismet

Über den Autor

Am meisten liebt Ismet Apaydin den Saal mit den einsamen Landschaften von Caspar David Friedrich, die darauf warten, von wundersamen Figuren bevölkert zu werden. Seine Neugier und Entdeckerlust reicht von Meister Bertram bis zur neuesten Kunst. All dies liefert seiner Fantasie Tag für Tag die schönsten Inspirationen, wenn er die ihm anvertrauten Kunstwerke als Aufseher bewacht.
Doch der entscheidende Zündfunke für seine Isigami-Kunst ging von den Eintrittskarten für die Kunsthalle aus, genau genommen von den Abschnitten (2,5 cm x 6,4 cm), Hunderttausende an der Zahl, die beim Einlass ins Museum von ihm und seinen Kollegen (die gerne für ihn mitsammeln) säuberlich abgetrennt werden. Wie selbstverständlich führt Ismets künstlerischer Weg vom haptischen Genuss des glatten Kartons zwischen den Fingerspitzen über spielerisches Falten zu systematischen Experimenten: Erst ein Streifen, dann zwei, dann drei, dann vier, bisweilen auch über hundert, miteinander verzwickt und verkniffen, bis aus den täglichen Fingerübungen kunstvolle Wesen werden, von Miniatur bis ganz groß. Sei es ein Frosch, Hund, Hängebauchschwein, Vogel, Insekt, Flugobjekt, Möbel oder Bauwerk, kurz gesagt alles, was wunderschöne Formen und Schatten bildet, manchmal gar hüpft und unsere Fantasie Pirouetten schlagen lässt.
Nach sieben Jahren steht Isi (so lautet Ismets Spitzname) mit seinem springlebendigen Fantasiezoo gerade erst am Anf ang und ist doch bereits zur Institution der Hamburger Kunsthalle geworden, in Museumsnächten, bei unseren Malschulkursen für Kinder und Erwachsene, bei ganzen Schulklassen und für jeden, der Spaß an immer neuen Kniffen hat. Und zum Liebling von Fernsehen und Presse hat er es mittlerweile auch geschafft.
Es macht ihm einfach Freude, seine köstlichen Einfälle auch anderen zu verraten.


Thomas Sello, Vorsitzender Malschule in der Kunsthalle e.V., bis 2010 Leiter der Museumspädagogik der Hamburger Kunsthalle