Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie hier unser Service-Team

Die Entstehung von Shawls: Die Kolumne von Mairlynd

Melanie Berg, unsere liebe Autorin von Shawls, war die letzten Wochen fleißig und hat sich, statt wie üblich Wolle und Stricknadeln, Papier und Stift geschnappt, um für ihre Leser zu schreiben. In ihrer Kolumne hat Melanie über die Entstehung ihres Buches Shawls berichtet, einzelne Designs vorgestellt und einfach über die Strickszene "geplaudert". Wir haben uns riesig gefreut, ihre Texte einmal die Woche auf unserem Facebookkanal Mitstrickzentrale veröffenlichen zu können und freuen uns noch mehr, die Kolumne abschließend auf unserem Blog verewigen zu dürfen. Viel Spaß damit! :) 

 

 

Das beste Gefühl der Welt... (fast)

Kolumne-Melanie-Berg_1

 

 

Hallo an alle Leserinnen und Leser bei der Mitstrickzentrale! Ich heiße Melanie und schreibe in den kommenden Wochen hier eine kurze Kolumne, in der ich Euch an der Entstehungsgeschichte meines ersten Buchs teilhaben lassen und Euch einen kleinen Blick hinter die Kulissen geben möchte.

Heute morgen war es so weit. Es klingelte an der Haustür, und der freundliche Paketbote drückte meinem Mann ein Päckchen in die Hand - Absender Frechverlag. Das konnte eigentlich nur eins bedeutet... Und tatsächlich! Nur wenige gespannte Momente, und dann war es soweit: Ich hielt zum (fast) allerersten Mal ein fertiges Exemplar von SHAWLS in den Händen. Das erste hatte ich tatsächlich ein paar Tage zuvor schon einmal kurz sehen dürfen, als ich den Verlag in Stuttgart besuchte, doch dieses hier war wirklich für mich bestimmt. Was ist das für ein Gefühl, sein erstes eigenes Buch in den Händen zu halten? Ist es das beste überhaupt? Hmm, vielleicht nicht ganz - aber es kommt doch ziemlich nah dran!

 

Man weiß erst dann wirklich, wieviel Arbeit in einem Buch steckt, wenn man selbst eins geschrieben hat. Jedes einzelne Wort hat man zigmal angeschaut, jedes Foto unzählige Male betrachtet, in Frage gestellt, hierhin und dorthin gerückt, über jede Überschrift man hat sinniert und einfach zahllose Stunden damit verbracht, alles dafür zu tun, damit das Buch am Ende einfach perfekt ist. Dann kommt irgendwann der Moment, an dem man zum ersten Mal das vollständige PDF sieht - also genau das Dokument, was später in den Druck geht. Auch das fand ich schon wahnsinnig spannend - auf einmal waren es keine einzelnen Strickanleitungen mehr, sondern wirklich ein zusammenhängendes Werk, mit einem roten Faden, der sich von der ersten bis zur letzten Seite durchzieht.

 

Kurz danach bekam ich von der Druckerei die ersten Probeläufe zuschickt - hierbei geht es hauptsächlich um die Druckqualität der Bilder, und diese sogenannten Proofs sind auch kein fertiges Buch sondern ganz viele lose Bögen. Egal - es war der Schritt vom Digitalen ins Analoge, ins Greifbare, und daher ziemlich aufregend. Tja, und dann vergingen noch einige Wochen, in denen der eigentliche Druck passiert und auch noch zahlreiche andere Dinge, die alle im Hintergrund ablaufen. Für einen Verlag ist das Tagesgeschäft - für mich war alles neu und interessant. Ich habe unheimlich viel Neues kennengelernt in den vergangenen Monaten und möchte diese Erfahrung um nichts missen. Heute abend, wenn der Alltag sich so langsam verkriecht und ich es mir auf der Couch gemütlich mache, freue ich mich darauf, ein allererstes Mal so ganz in Ruhe das komplette Buch durchzublättern.

 

Es sind nun nur noch ganz wenige Tage bis zur offiziellen Veröffentlichung, und sobald es soweit ist, hoffe ich, dass ganz viele Strickerinnen und Stricker auf der ganzen Welt ebensoviel Freude an SHAWLS haben werden wie ich.

 

 

 

Entstehungsgeschichte zu Midnight in Berlin

Kolumne-Melanie-Berg_Teil2

 

 

Hallo an alle, die hier auf der Mitstrickzentrale mitlesen - ich hoffe, meine letzte Kolumne hat Euch gefallen und Ihr konntet einen kleinen Einblick bekommen, wie ein Buch eigentlich entsteht. Heute möchte ich Euch die Hintergrundgeschichte zu Midnight in Berlin erzählen, einer der drei neuen Strickanleitungen, die ich für SHAWLS geschrieben habe. Midnight in Berlin ist auf dem Titelbild meines Buchs zu sehen - natürlich ist dieses Design schon allein deshalb etwas ganz Besonderes für mich.

 

Was genau aber hat jetzt Berlin mit dieser Sache zu tun? Und was geschah um Mitternacht? Ob es jetzt wirklich Mitternacht war, könnte ich gar nicht beschwören, aber jedenfalls war es eine wunderschöne Nacht in der Hauptstadt, und ich hatte den ganzen Tag auf dem Berlin Knits 2017 Strickfestival verbracht. Ich hatte Workshops gegeben, Wolle gekauft, viele Freunde wiedergetroffen und mich mit Menschen aus der ganzen Welt unterhalten.

 

Schließlich hatten wir den Abend in einem etwas chaotischen aber sympathischen Restaurant ausklingen lassen und ich war auf dem Weg zu meiner Unterkunft. Es war Ende September und bis zu dem Abgabetermin von SHAWLS waren noch fünf Monate Zeit. Sobald ich wieder zu Hause war, wollte ich gerne mit dem ersten der drei neuen Designs für das Buch anfangen, und als ich gemütlich durch die nächtlichen Straßen schlenderte, machte ich mir Gedanken darüber. Das Garn, Caravan von Crave Yarns, hatte ich bereits zu Hause - ein leuchtender Goldton und ein dunkles Blau, ziemlich ähnlich dem Nachthimmel über mir. Unter mir derweil Berliner Pflastersteine - Reihe für Reihe, soweit das Auge reichte. Und dazwischen ich, mit einem Blick, der immer abwechselnd nach oben und nach unten ging, und Gedanken, die darum kreisten, wie man beide Eindrücke einfangen kann. Gefällt Euch das Ergebnis? Für mich ist Midnight in Berlin eine wundervolle Erinnerung an jenen Abend im Herbst, und ich hoffe, dass ein wenig davon auch bis zu Euch durchscheint.

 

Viel Spaß beim Stricken!

 

 

 

Entstehungsgeschichte zu Abuelito

Kolumne-Melanie-Berg_2

 

 

Hallo liebe Mitstrickerinnen und Mitstricker!

 

Ich hoffe, meine beiden letzten Kolumnen haben Euch gefallen und Euch schon einmal einen kleinen Einblick in die Entstehungsgeschichte von SHAWLS geben können. Heute möchte ich Euch ein bisschen mehr über Abuelito erzählen, das zweite neue Design für mein Buch. Für mich beginnt ein neues Design in den allermeisten Fällen mit dem Garn. Wenn ich die Stränge in den Händen halte und anschauen darf, bekomme ich einen ersten Eindruck von der Beschaffenheit des Garns und automatisch fange ich an, darüber nachzudenken, welche Art von Muster seine Eigenschaften wohl besonders schön zeigen würde. Mit Abuelito war es genau so!

 

Im März 2017 schlenderte ich über die H&H Cologne - die weltweit größte Fachmesse für Handarbeit - und besuchte meine Freundin Daphne Marinopoulus am Stand von The Fibre Company. Vor vielen Jahren hatte Daphne diese Wollfirma gegründet und sie gehört seit jeher zu meinen liebsten - die Qualität der Garne und vor allem auch die wunderschöne Farben lassen mein Herz einfach höher schlagen.

 

Ich erkundigte mich sofort danach, was es Neues gab und Daphne zeigte mir stolz einige Stränge Arranmore Light - sofort war es um mich geschehen. Ein Garn, das so schön robust aussah, sich gleichzeitig aber überraschend weich anfühlte und dann auch noch in diesem wunderbaren “heather” Look daherkam, das musste ich einfach haben! Und so zogen ein paar Stränge bei mir zu Hause in, in den Farben Glenveagh Castle, einem warmen Dunkelgrau, und St. Claire, einem matten Weiß.

 

Ich probierte dann hin und her, doch die richtige Idee ließ noch auf sich warten. Schließlich kam ich darauf, was fehlte: Ein bisschen mehr Farbe! Daphne war so lieb, mir noch einen Strang in Finian, einem satten Goldgelb, zuzuschicken, und auf einmal ging alles wie von selbst. Muster und Garn fanden wie von selbst zueinander, und nach nur kurzer Strickzeit war Abuelito fertig.

 

Und wieso nun “Abuelito”, also “Großvater”? Weil dieses Tuch für mich genau so einen Charakter hat! Ein wenig robust, mit weichem Kern, perfekt zum Drankuscheln an regnerischen Tagen, um sich dann so richtig geborgen zu fühlen. Genau wie bei Großvater eben.

 

 

 

Entstehungsgeschichte zu Two Roads

Kolumne-Melanie-Berg_3yHLpbqq5pkUsL

 

 

Hallo lieber Leserinnen und Leser bei der Mitstrickzentrale, auch heute möchte ich Euch wieder einen kleinen Blick hinter die Kulissen meines Buchs SHAWLS geben! Ich hoffe, die letzten Kolumnen haben Euch gefallen.

 

Two Roads ist das dritte neue Design, das ich extra für SHAWLS entworfen habe. Anders als Midnight in Berlin und Abuelito ist es diesmal ein einfarbiges Tuch. Hingucker ist hier natürlich das wunderschöne Zopfmuster, das entlang der Kante verläuft - es sieht ein wenig kompliziert aus, ist aber zum Glück ganz einfach zu stricken.

 

Das Garn, das ich hier benutzt habe, heißt Baby Yak Medium von mYak, einer italienischamerikanischen Firma, deren Gründerin Paola ich auf internationalen Messen und Strickfestivals schon ein paarmal treffen konnte. Die Wolle und Farben haben mich einfach überzeugt, so dass ich froh war, nun endlich auch ein Design dafür entwerfen zu können. Schnell war klar, dass es ein Texturmuster werden musste - das Maschenbild war wunderschön und sehr definiert, und nach der ersten Maschenprobe war klar: Es sollte genau dieses Zopfmuster werden.

 

Ich bin normalerweise keine Freundin von Zöpfen - ich mag es nicht, ständig die Nadeln wechseln zu müssen. Das ist für mich immer wie eine kleine Unterbrechung im Strickfluss, im “Flow”, und es kommt einfach keine Entspannung auf. Aber bei Two Roads war das anders - das Muster ging mir ganz leicht von der Hand, um so dauerte es gar nicht lange, bis ich mir das große Dreieckstuch endlich umlegen konnte. Ein Traum!

 

Im Januar 2018 reiste ich zur Vogue Knitting Live nach New York City, einem riesigen Fiber Festival, auf dem es rund um Wolle einfach alles gibt. Auch Paola von mYak war mit einem Stand vertreten, und ich brachte Two Roads mit, um es ihr zu zeigen. Sie war gleich begeistert und stellte das Tuch auf ihrem Stand aus - und so kamen die Gäste des Festivals sogar schon lange vor meiner Buchveröffentlichung in den Genuss, einen ersten Blick darauf werfen zu können.

 

Für mich war die Vogue Knitting Live ein unvergessliches Erlebnis, und ich freue mich jetzt schon darauf, nächsten Januar wieder mit dabei zu sein - vielleicht mit einem neuen Tuch für mein zweites Buch...?

 

 

 

Ist Stricken umweltfreundlich?

Kolumne-Melanie-Berg_4

 

 

Hallo liebe Mitstrickerinnen und Mitstricker!

 

Dies ist Teil 5 meiner kleinen Kolumne hier in der Mitstrickzentrale, und ich hoffe, die bisherigen Artikel haben Euch gut gefallen. Heute soll es einmal nicht um SHAWLS, mein neues Buch, gehen, sondern um etwas ganz anderes: Ist Stricken eigentlich umweltfreundlich?

 

In den Nachrichten wurde in den vergangenen Monaten häufig über Umweltverschmutzung und den Klimawandel berichtet - ganz besonders schockiert haben mich dabei Reportagen über Plastikmüll, der sich in den Ozeanen unseres Planeten ansammelt. Jeder einzelne leistet seinen Beitrag zu dieser Verschmutzung, denn wir alle verwenden Produkte, die mehr oder weniger aus Plastik bestehen und früher oder später entsorgt werden müssen. Aber welche Rolle spielt Stricken hierbei? Wolle ist doch ein natürliches Produkt?

 

Das ist sicher richtig - Wolle ist ganz bestimmt weniger umweltschädlich als, sagen wir, Rohrreiniger. Trotzdem kann man sich Gedanken machen, was das eigene Kaufverhalten angeht. Wie wird das Garn, mit dem wir gerade liebäugeln, beispielsweise hergestellt? Woher stammt die Rohwolle, und welche Transportwege hat der fertige Strang hinter sich? Wie läuft der Färbeprozess ab - welche Mittel kommen hier zum Einsatz? Aus welchem Material besteht die Banderole - kann diese umweltschonend wieder abgebaut werden? Was ist mit den Stricknadeln, die wir verwenden - wie sieht es um deren Inhaltsstoffe und Haltbarkeit aus? Wie sind sie verpackt, und wo wurden sie hergestellt?

 

Oft ist es auch interessant, sich die Unternehmen, deren Produkte man verwendet, einmal etwas genauer anzusehen. Welche Firmenphilosophie vertreten sie? Wie stehen sie zum Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit? Es gibt in der Strickszene einige Firmen, die großen Wert auf diese Aspekte legen, was ich wirklich klasse finde. Die Anzahl derer, die sich mit diesen Themen aber scheinbar noch nie wirklich auseinandergesetzt hat, ist ungleich höher, und ich wünsche mir für die Zukunft, dass alle Produzenten ihre Prozesse hier einmal überdenken. Jeder leistet seinen Beitrag, und mit unseren Kaufentscheidungen können wir die Entwicklung beeinflussen.

 

Habt Ihr Anregungen, was man als Strickerin oder Stricker im Hinblick auf den Umweltschutz noch tun kann? Hinterlasst Eure Ideen in den Kommentaren - ich würde mich freuen, von Euch zu lesen!

 

 

 

Ein Ausblick in die Zukunft - wo geht es hin?

Kolumne-Melanie-Berg_5

 

 

Hallo an alle Leserinnen und Leser bei der Mitstrickzentrale!

 

Dies ist der letzte Teil meiner kleinen Kolumne hier, und ich hoffe, dass die bisherigen Artikel Euch gefallen haben. Mir hat es großen Spaß gemacht, für Euch zu schreiben!

 

In der heutigen Ausgabe möchte ich ein bisschen über die Zukunft spekulieren - über die des Strickens, aber auch über meine eigene. Wohin soll es gehen? Vor zehn Jahren hätte ich ganz sicher nicht gedacht, dass ich heute einmal Strickdesignerin und Buchautorin sein würde, und ohne Ravelry wäre es auch gar nicht erst dazu gekommen. Ravelry war eine Revolution für die Strickszene - tatsächlich würde ich sogar sagen, dass es vorher so etwas wie eine Strickszene überhaupt nicht gegeben hat. Auf einmal war es möglich, weltweit Gleichgesinnte kennen zu lernen! Es war auf einmal so leicht wie nie zuvor, neue Garne, Anleitungen und Stricktechniken finden zu können. Einen solchen Austausch hatte es noch nie gegeben, und so wurde die Geschichte von Ravelry zu einer einmaligen Erfolgsstory, die maßgeblich zur heutigen Strickwelt beigetragen hat.

 

Wird es in der Zukunft noch einmal eine solche Revolution geben, die die gesamte Strickszene umkrempelt? Es ist schwer vorstellbar, aber wer weiß das schon? Was ich mir gut vorstellen kann, ist das Entstehen vieler weiterer Communities - jede einzelne lange nicht so groß wie Ravelry, aber vielleicht spezialisierter.

 

Was wichtig ist und worauf wir in der Zukunft nicht verzichten können, ist, dass Firmen und Unternehmen in der Garnindustrie sich verstärkt auf Umweltstandards konzentrieren - hierüber habe ich ja in meinem letzten Beitrag etwas ausführlicher geschrieben.

 

 

Ich würde mir auch wünschen, dass die asiatische und die europäische/amerikanische Strickszene enger zusammen wächst - beide haben im Moment noch nicht besonders viele Berührungspunkte. Es werden aber langsam aber sicher immer mehr, und ich bin sicher, dass beide Welten ganz viel voneinander lernen können. Ich freue mich darauf!

 

Und für mich persönlich? Wohin geht die Reise? Natürlich werde ich auch in Zukunft an Strickdesigns arbeiten und Euch darüber auf dem Laufenden halten - zum Beispiel auf meinem Instagram Account: http://instagram.com/mairlynd. Ganz konkret arbeite ich im Moment an meinem zweiten Buch, was natürlich auch beim Frechverlag erscheinen wird. Es bleibt also spannend - für Euch, und auch für mich.

 

Ich hoffe, Euch hat meine kleine Kolumne hier auf der Mitstrickzentrale gefallen. Mir hat es großen Spaß gemacht, für Euch zu schreiben, und ich hoffe, dass Ihr das ein oder andere Design von mir nachstrickt und sowohl beim Stricken als auch beim Tragen des fertigen Stücks ganz viel Freude habt!

 

Liebe Grüße,

Eure Melanie.

 

 

TIPP!
Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

*Hierbei handelt es sich um ein Pflichtfeld. Das heißt, dass in allen Feldern, die kein Sternchen besitzen, Ihre Angaben (wie z.B. Ihre Meinung) freiwillig und ohne jede Verpflichtung sind. Nähere Infos dazu entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung.