"Warum dekorieren plötzlich alle ihre Kalender?"

Filofaxing Penny Lane
QUELLE: Penny Lane
Los ging das ganze ja auf Instagram... Plötzlich erschienen immer mehr Bilder mit liebevoll und aufwändig dekorierten Wochenübersichten in meinem Stream und Tags wie #filofax #planneraddicts #filofaxerei und ähnliche begleiteten diese. Da ich ja für Bastel/Deko/Scrapbooking-Hypes recht empfänglich bin, habe ich mal nachgeforscht, was es damit überhaupt auf sich hat.

Was ist das also, dieses „Filofaxing“?


Ursprünglich bezieht sich der Begriff auf sog. Filofaxes, Ringbücher der Firma Filofax mit austauschbaren Kalendarien und Extra-Seiten. Diese gibt es in verschiednen Größen und Ausführungen und kosten im Original zwischen „viel“ und „sehr viel“ Geld... Andere Firmen produzieren jedoch ebenfalls solche Planer, bei ihnen bewegt sich der preisliche Rahmen irgendwo zwischen „sehr günstig“ und „extrem teuer“, je nach dem, was man so möchte -Kunstleder, echtes Leder Diamantenstaubimprägnierung ;) . Inzwischen ist mit „filofaxing“ jegliches Kalenderbearbeiten, Gestalten und Dekorieren gemeint, ganz gleich von welcher Marke das Ringbuch ist. Dafür werden meist Washi-Tapes, Sticker, Sticky Notes und Büroklammern in verschiedenen Formen und verschieden Stifte verwendet.
Filofaxing-2
QUELLE: Penny Lane
Mit letzteren kann man sich ein individuelles Farbschema zum Markieren verschiedenartiger Termine erstellen, denn bei aller Dekorationslust, soll der Kalender ja auch zur Planung des Alltags dienen;)
Filofaxing-3
QUELLE: Penny Lane
In der Regel erstellen sie die Filofaxinfizierten ihre eigenen Divider (Trennblätter mit Tabs, um die verschiedenen Kalenderbreiche zu trennen). Neben den klassischen Wochenkalender werden die Planer oft noch mit Jahresplanern, To-Do-Listen, Adressenlisten, Listen zu Bestellungen, Notizen und ähnlichen Bereichen ausgestattet.

Und woher kommt der Trend?


Es war wohl wie bei vielen Trends, irgendwer fängt damit an, andere machen es nach und auf einmal scheint das Thema allgegenwärtig zu sein und wer den der oder die erste war, lässt sich nicht mehr feststellen. So ganz aus der Luft ist er jedoch nicht gegriffen, besagter Filofax-Trend, denn gewisse Vorzeichen lassen sich durchaus identifizieren, wenn man die Entwicklungen der letzten Jahre betrachtet.

1. Der Smashbook-, Memory Book- und Projekt Life- Trend


Hier werden persönliche Erlebnisse künstlerisch aufbereitet und festgehalten. Dabei sind auch die kleinen Alltagsdinge wichtig und werden verarbeitet, während in Scrapbooks traditionell eher die "Highlights" wie Urlaube, Geburtstage, Ausflüge etc. verscrappt wurden.

Diese Trends zeigen einerseits, dass die Menschen generell ein gewisses Interesse an dieser „alltäglichen“ Art der Dokumentation haben, zum anderen lassen sich die Sticker, Büroklammern, Sticky Notes etc. die bei der Gestaltung dieser Bücher so beliebt sind, ja auch anderweitig verwenden.

2. Sticker- und Dekoliebe (seit Kindertagen)


Okay, das braucht wohl kaum weitere Erklärungen;) Stundenlanges Stickertauschen vor dem Hause, im Garten, auf dem Schulweg....Jetzt tauscht man stattdessen Washi-Tapes- und zwar weltweit.

3. Digitaler Gegentrend


Jeder Trend führt oft auch zu einer Gegenströmung. Inzwischen gibt es Apps für alles, was mit Terminen zu tun hat. Ähnlich wie der Snailmail- Trend dem Email- Verkehr entgegenläuft, sind klassische Planer hier der Gegenentwurf und bieten eine Auszeit von ständigen digitalen Arbeiten und der digitalen Überwachung.

4. Kreative Inspiration & Trendansteckung


Im Internet findet man so viele Inspirationen und ebenso viele Menschen, die gerne kreativ sind und sich dadurch inspirieren lassen. Man entdeckt zuvor unbekannte Möglichkeiten und kommt auf neue Ideen, die man dann auch umsetzen möchte. Zudem erwecken Dinge, die man häufiger sieht, Vertrautheit und werden dadurch positiver bewertet.
Filafaxing
QUELLE: Penny Lane
Auch wenn es bei der Gestaltung der Kalender sehr viele unterschiedliche Stilrichungen gibt, von „schlicht“ über „vintage“ hin zu „grafisch-modern“, so fällt eine Richtung doch durch besondere Präsenz auf: „Kawaii“ (Niedlich, süß). Diese Stilrichtung kommt -wie das Wort selbst-aus Japan, dem Geburtsland von Hello Kitty, und ihrer zahlreichen Verwandten. Vermutlich ist diese Richtung in bei der Kalenderdekoration so beliebt, da sie ein Gegengewicht zu der an sich eher nüchternen Terminplanung des modernen Menschen bildet.
Filofaxing-Kalender
QUELLE: Penny Lane
Jede Woche wird extra gestaltet – auf welche Art und Weise auch immer - und bekommt dadurch noch eine weitere Bedeutung. Wenn man dann seinen Planer zur Hand nimmt, löst das eher Freude und gute Laune aus, anstatt ein Stirnrunzeln im Angesicht der zahlreichen, noch zu erledigenden Dinge. Abgesehen davon, dass es einfach Spaß macht... Wenn das mal kein Gewinn von Lebensqualität ist! :)

Bilder & Text von: Penny Lane

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