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So lernst auch du ganz einfach Sketchnotes zeichnen!

Tipps & Tricks von Künstlerin Nadine Roßa

"Ich kann mir ein Leben ohne Sketchnotes nicht mehr vorstellen."Nadine Roßa ist Designerin, Illustratorin & Sketchnoterin – kurzum eine Visualisierungs-Expertin. Sie liebt schon seit sie denken kann Stifte in jeglicher Art über alles. Seit sie auf einer Konferenz das Thema Sketchnotes und das kreative notieren von Infos entdeckt hat, hat sie nichts anderes mehr im Kopf. Nadine Roßa hat so viel Spaß am Visualisieren und will diese Begeisterung unbedingt weitergeben.
Im Interview verrät Nadine nicht nur etwas über ihre Liebe zu Sketchnotes, sondern auch, ob sie lieber Papier oder ein Tablet nutzt und welche genialen Tipps sie für Einsteiger hat.

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Interview mit Nadine Roßa

 

Nadine, du hast das Sketchnoting auf einer Konferenz kennen und lieben gelernt. Wie war das damals?

 

2011 bin ich auf einer Konferenz hier in Berlin Eva-Lotta Lamm begegnet, die in Talks saß und mitzeichnete. Sie erklärte mir das erste Mal, was Sketchnotes sind. Der Begriff war damals noch recht neu, Mike Rohde hatte kurz vorher sein Buch dazu veröffentlicht und damit den Begriff geprägt. Im Grunde habe ich immer schon gezeichnet und eigentlich auch immer schon visuelle Notizen gemacht. Dass das ein eigenes Themenfeld ist, wurde mir aber erst da klar. Seitdem kann ich mir Konferenzen oder Vorträge ohne Sketchnotes nicht mehr vorstellen.

 

Du nutzt Sketchnotes und visuelle Notizen also auch in deinem Alltag?

 

Immer und überall (Deswegen heißt mein erstes Buch auch „Sketchnotes für Alles“). Ich nutze es um Tagebuch zu führen, Meetings und Telefonate festzuhalten, um mir Texte zu erschließen, um Podcasts zu verstehen oder um anderen zu helfen, komplexe Inhalte zu verstehen – sei es im Auftrag für Kunden oder als Give Away wie meine Hygiene-Regeln: Es gibt da eigentlich jede Menge Möglichkeiten, deswegen kann man es auch jederzeit üben.

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Es gibt so viele Zeichenprogramme und Möglichkeiten für Tablets , Ipads und Co. Zeichnest du deine Sketchnotes lieber digital oder auf Papier?

 

Lange Zeit hätte ich hier „Papier“ geantwortet, weil ich immer und gerne auf dem Papier gearbeitet habe. Das mache ich auch heute noch, besonders wenn es schnell sein muss oder ich schnell Gedanken skizzieren will.
Inzwischen schätze ich das Digitale aber sehr seit ich ein iPad habe. Alle meine neueren Bücher sind so entstanden, das ist für uns alle, also mich und euch als Verlag am einfachsten weil das lästige Einscannen und Daten verschicken so entfällt. Ich bin sehr viel schneller so geworden, weswegen ich Graphic Recordings und Kundenaufträge fast nur noch so mache.

 

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Zuhören und sich gleichzeitig auf das Zeichnen zu konzentrieren ist zum Teil sehr schwer. Wie hast du gelernt, nicht nur auf das Gesagte zu achten und dieses gleichzeitig in Sketchnotes festzuhalten?

 

Das ist in der Tat ein Lernprozess. Denn nur zeichnen können, reicht für Sketchnotes nicht aus. Viele Illustratoren tun sich deswegen auch schwer, live mitzuzeichnen, weil man dabei keinen Fokus auf das Perfekte legen kann – es fehlt schlicht die Zeit. Deswegen sind Sketchnotes auch meist so herrlich unperfekt.
Das Zuhören und Filtern muss man unbedingt trainieren und das dauert auch lange. Es ist mitunter wichtiger als die perfekten Bilder, die ergeben sich quasi von selber wenn man sich traut und das Unperfekte zulässt. Deswegen muss man das Zuhören mindestens genauso trainieren wie das Zeichnen.

 

Warum werden Sketchnotes nicht häufiger in der Schule oder in der Uni eingesetzt, wenn Sie eigentlich ein praktisches Mittel zum Lernen sind und das Zuhören und Zeichnen trainiert werden kann?

 

Oh zum Glück werden sie das inzwischen immer mehr. Daran habe ich hoffentlich ein bisschen ein Anteil. Zum Beispiel mit meinen Beiträgen zum Einsetzen von Sketchnotes in der Schule. Ich habe öfter Lehrer in Workshops und ich kenne auch immer mehr, die damit arbeiten und den Nutzen des Zeichnens für die Lehre und das Lernen entdeckt haben. Ich bin da sehr zuversichtlich!

 

Es gibt immer die Menschen, die sagen „Ich kann nicht Zeichen“? Muss man für visuelle Notizen und Sketchnoting irgendwelche Besonderen Voraussetzungen haben?

 

Eigentlich nein – nur Mut braucht es. Man muss sich erst mal davon verabschieden die perfekte Zeichnung oder Sketchnote zeichnen zu wollen und einfach drauf loslegen. Viele haben allerdings eine alte Hürde aus dem Kunstunterricht im Kopf und denken, sie können nicht zeichnen. Aber das braucht es dafür auch nicht.
Mit wenigen Grundformen kann man ganz einfache Symbole zeichnen und das reicht häufig schon aus. Man muss sich nur trauen.

 

Wer sich alleine nicht an das sketchen traut: Kann man das auch live von dir lernen?

 

Ja, seufz. Eigentlich schon. Ich gebe viele InHouse und Offene Workshops. Beziehungsweise ich gab viele InHouse und Offene Workshops. Eigentlich stehen sogar welche an demnächst, aber das sieht in der aktuellen Situation mit Corona ja leider nicht so gut aus. Ich überlege nun wie ich das Ganze in die Online-Welt transformieren kann. Mal schauen, ob das klappt.

 

Kleiner Tipp: Kennst du schon den Livestream mit Nadine? Schritt für Schritt führt sie ein in die Welt der Sketchnotes und zeigt euch, wie ihr einen Tag im Homeoffice sowie einige beliebte Symbole zeichnen könnt. Schaut doch mal rein:Bilderbanner_1200_500_Sketchnotes_Livestream_neu

 

Was kannst du dann den Leuten empfehlen, die sich nun alleine zu Hause an Sketchnotes versuchen wollen?

 

Natürlich meine Bücher ;) oder meine Website. Dort habe ich jede Menge Tipps und Tricks gesammelt und es gibt ein Einsteigerset als Freebie.
So kann jeder direkt loslegen. Die meisten Leute haben Probleme beim Zeichnen bestimmter Begriffe und da ist natürlich die Symbolbibliothek perfekt geeignet. Wenn man sicher im Symbole zeichnen ist, ist der Schritt zur Sketchnote nicht mehr so weit.

 

Apropos „Symbolbiliothek“: Die  gibt es auch als signierte Version. Wie hat sich das angefühlt, dein eigenes Buch zu signieren?

 

Total verrückt. Natürlich kann ich nicht einfach nur was reinschreiben, sondern habe auch überall kleine Symbole eingefügt. Allerdings ist die Sache ein bisschen aus dem Ruder gelaufen, denn wir dachten anfangs, es würde so 100 Bestellungen geben. Ich glaube am Ende habe ich 500 Bücher signiert! Das war ganz schön aufregend und viel Arbeit aber ich hab das mit Instagram Lives verknüpft und dann hat es doch wieder Spaß gemacht. Und ehrlich: Ich war stolz wie Bolle, dass so viele Bücher gekauft wurden.

 

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SKETCHNOTES ANLEITUNGEN IM BUCHFORMAT

Seit 2016 gibt es die Bücher von Nadine Roßa zum Thema Sketchnotes im frechverlag. Nadine Roßa ist die Sektchnotes-Expertin und hilft mit Ihren Büchern Einsteigern und Anfängern beim Sketchnotes lernen. Neben dem passenden Material, einfachen Anleitungen und Tipps zum Zeichnen gibt sie in ihren Büchern auch Inspiration zum lernen. Nach dem Erfolg des ersten Buchs Sektchnotes folgten der Quick-Start-Block hinzu und 2020 die Symbolbibliothek. Auf Nadine Roßas Blog findest du außerdem noch weitere Tutorials und Anleitungen rund um das Thema Sketchen, Sketchnotes und kreative Notizen.

 

 

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